PL EN


2019 | 27 | 2 | 55-77
Article title

Český skauting a český národ v letech 1912-1922. "Milovati vlast a sloužiti jí věrně v každé době."

Authors
Content
Title variants
EN
Czech Scouts and the Czech nation in years 1912-1922
DE
Die  tschechische Pfadfinderbewegung und die tschechische Nation in den Jahren 1912-1922
Languages of publication
CS
Abstracts
EN
Compared to the situation in Great Britain and Germany, Czech Scouts’ relationship to the state was not positively formulated. In a treatise written by Karel Kramář, Czech scouts were to fight for the federalisation of Cisleithania. Prior to the war and during it, the Scouts performed organisational and security services at a number of events in which Austrian representatives took part. On the one hand, the Scouts were subject to complaints they were not nationalist enough, and on the other hand that they were not sufficiently pro-Austrian. The situation deteriorated during the war, which further exacerbated the problem. Czech Scouts moved between the two poles to avoid the disbanding of their organisation during the war period. From 1918, however, Czech Scouts participated in events demonstrating for Czech interests. In 1918, they showed clear support for the nationalists, and undertook activities supporting the nascent republic in October and November 1918. Following Czechoslovakia’s establishment, there was a clear proclamation in support of the republic, and President T G Masaryk even became a patron of the organisation. Thus the relationship between the new state and Czech Scouts became much stronger.
DE
Im Gegensatz zu den Verhältnissen in Großbritannien oder Deutschland war die Beziehung zum Staat im Werk Základy junáctví (Grundlagen des Pfadfindertums) nicht positiv formuliert. Nach dem Scouting for Boys sollte sich der Pfadfinder darauf vorbereiten, ein guter Bürger des Empire zu sein, das er schützen sollte. Dem gegenüber sollte der tschechische Pfadfinder in der von Karel Kramář verfassten Abhandlung für die Föderalisierung von Cisleithanien kämpfen. Die Wirklichkeit sah etwas anders aus. Der Pfadfinderverband bemühte sich, gut mit den österreichischen Behörden auszukommen, um eine reibungslose Tätigkeit des Vereins zu gewährleisten. Vor und während des Krieges versahen die Pfadfinder den Organisations- und Ordnungsdienst bei mehreren Veranstaltungen, an denen Vertreter Österreichs teilnahmen. Probleme bereitete, dass sich der Pfadfinderverband einerseits Vorwürfe anhören musste, dass er die Pfadfinderbewegung nicht ausreichend national führe, und andererseits, dass er nicht genügend österreichfreundlich sei. Die Lage verschlechterte sich während des Krieges, der dieses Problem noch vertiefte. Zunächst schwankte der Pfadfinderverband zwischen beiden Polen, um im Krieg eine Auflösung der Organisation zu vermeiden, wie sie zum Beispiel den Turnverein Sokol getroffen hatte. Ab 1918 nahmen die tschechischen Pfadfinder an Veranstaltungen teil, auf denen für die tschechischen Interessen demonstriert wurde. Der Pfadfinderverband stellte sich nun auf die nationale Seite und unterstützte mit seiner Tätigkeit im Oktober und November 1918 die entstehende Republik. Nach dem Entstehen der Tschechoslowakei bekannte er sich klar zur Republik, und Präsident T. G. Masaryk wurde sogar Schutzherr der Organisation. Die Verbundenheit zwischen dem neuen Staat und der tschechischen Pfadfinderbewegung erstarkte so wesentlich. Im Verlauf der 20iger und vor allem der 30iger Jahre erlebte die Bewegung einen großen Aufschwung und hatte zehntausende Mitglieder. Der tschechische Pfadfinderverband wurde bereits 1920 von der internationalen Organisation Boy Scouts International Bureau anerkannt.
Contributors
author
  • Moderní dějiny, redakce, Historický ústav AV ČR, v.v.i., Prosecká 76, 190 00 Praha 9, Czech Republic
References
Document Type
Publication order reference
Identifiers
YADDA identifier
bwmeta1.element.6fef20b6-754b-4358-beda-0fbc306033d7
JavaScript is turned off in your web browser. Turn it on to take full advantage of this site, then refresh the page.