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2012 | 5 | 53-91
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Kontrastive Textologie am Beispiel des Schulbuchs

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Contrastive textology: the example of school textbooks
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School textbooks have rarely been examined by text linguistics up to now, yet they appear particularly interesting from the perspective of contrastive studies. As an important element in societies’ education systems, textbooks are interrelated with many other texts (from curricula to examinations) and, in certain countries, have to be licensed by governmental authorities. Textbooks are not genres in the strict sense. Rather, they represent a complex multimedia ensemble of different modules, and in many cases their coherent sense may be reconstructed only in classroom work. This paper uses history textbooks (chapters on the Russian Revolution) as examples to demonstrate such particularities, taking into account bi- and multi-national projects. An explorative study of school textbooks used in England, France, Germany, as well as German- and French-speaking Switzerland presents different levels of analysis (covering content and form) and shows considerable variations not only across, but also within nations and linguistic areas.
DE
Schulbücher haben bislang in der Textlinguistik wenig Interesse gefunden, stellen aber gerade für kontrastive Studien einen besonders aufschlussreichen Gegenstand dar: Sie stellen ein Element im Erziehungssystem der Gesellschaft dar, sind mit vielen anderen Texten vernetzt (von Lehrplänen bis zu Prüfungen) und unterliegen in bestimmten Ländern direkter staatlicher Kontrolle. Es handelt sich nicht um eine Textsorte im engen Sinne, sondern um einen komplexen und multimedialen Verbund verschiedener Bausteine, aus denen teilweise erst im Unterricht ein kohärentes Ganzes rekonstruiert werden kann. Der Beitrag stellt diese Zusammenhänge am Beispiel von Lehrwerken für den Geschichtsunterricht vor und bezieht dabei auch bi- und multinationale Projekte ein. Eine Untersuchung von Lehrwerken (Kapitel zur Russischen Revolution) für England, Frankreich, Deutschland und die deutsch- und französischsprachige Schweiz stellt Analysemöglichkeiten auf verschiedenen Ebenen (inhaltlich und formal) vor und zeigt, dass mit relativ großer Varianz der Lehrmittelgestaltung nicht nur zwischen, sondern auch innerhalb von Nationen und Sprachräumen zu rechnen ist.
Contributors
  • Université de Genève, Faculté des Lettres, Département de langue et de littératures allemandes, CH-1211 Genève 4, Kirsten.Adamzik@unige.ch
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