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1994 | 3 | 115-126
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Lednickie podanie o tronie monarszym i jego historyczne korzenie

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Lednicaer Sage von dem Monarchenthron und ihre historischen Wurzel
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Jede Legende, die in der mündlichen Tradition überliefert oder von den Chronisten angezeichnet wurde, sollte gemäß den Möglichkeiten der Forscher eingehend untersucht werden, um auf diese Weise ihren Ursprung aufzuklaren. Die erste Notiz von dem goldenen Thron auf Lednica stammt aus dem Jahre 1889 von Hermann Ehrenberg. Sie wurde mit der in der Geschichtsschreibung vorhandenen Information über den goldenen Thron vom Karl dem Grossen verbunden. Dieser Thron wurde dem polnischen König Boleslaus dem Tapferen angeblich von Otto III. geschenkt. Die Analyse von Chroniken und Quellenüberlieferungen, die das Öffnen des Grabes von Karl dem Grossen durch Otto III. betreffen, weist in keiner Weise darauf hin, daß es einen solch en Thron wirklich gegeben hat. Der einzige bisher entdeckte Thron dieses Herrschers befindet sich in dem Dom in Aachen. Als eine nahe Analogie zu der Legende von dem Lednicaer Thron kann man die Überleiferung von dem kaiserlichen Thron in dem tschechischen Ort Stara Boleslav an der Elbe betrachten. Im Gegensatz zu der Lednicaer wurde die tschechische Legende schon in den spätmittelalterlichen (ab dem Jahre 1314) sowie auch den aus der Renaissancezeit stammenden Überlieferungen aufgezeichnet. In den Aufzeichnungen von Waclaw Hajek (gest. 1553) finden wir die Information, daß dieser Thron aus Stein gefertigt war. Stará Boleslav war seit Anfang des 10. Jahrhunderts ein fürsterlicher Herrschersitz, der von Prag 25 km entfernt war. In dem damaligen tschechischen Reich spielte dieses Zentrum eine Rolle, die mit der Burg auf der Insel Lednica in dem Staat der ersten Piasten zu vergleichen war. Es sind uns einige aus den slawisch en Gebieten stammende steinerne Throne bekannt, die mit dem archaischen Akt der Inthronisation der Herrscher — besonders auf dem Balkan — verbunden sind. Viele von den auf diesen Gebieten gefundenen spätmittelalterlichen steinernen Thronen (deren Konstruktion des öfteren sehr primitiv ist) sind bis zu unseren Zeiten erhalten geblieben. Man soll sie mit dem Ausüben der richterlichen Gewalt durch die örtlichen Machthaber verbinden. Die nächste Analogie zu dem Lednicaer Thron soll in Kraków und Poznań, in den bestätigten von den aus Jahren 1229 und 1247 stammenden Dokumenten steinernen Shronen, gesucht werden. Beide polnischen steinernen Monarchenthrone funktionierten bei den alten, vielleicht sogar den ältesten Kirchen: der St. Nikolaus Kirche auf der Wawelburg und der Kirche der Heiligen Jungfrau Maria auf der Dominsel in Poznań. Die Sage von dem Legnicaer Thron ist nicht in grauer Vorzeit entstanden und wurde auch nicht von Generation zu Generation mündlich überliefert, um erst im 19. Jh aufgezeichnet zu werden. Das Überdauern dieser Sage ist schon wegen des grossen Zuzugs von deutschen Ansiedlern, die sich in den nächsten Dorfern: Siemianowo, Waliszewo und Dziekanowice niederlassen haben, sehr unwahrscheinlich. Diese Legende wurde von Menschen geschaffen, die den betreffenden Thron mit eigenen Augen gesehen haben und zwar in diesen Zeiten, die von uns verhältnismäßig nicht weit entfernt sind. Dieser Thron musste auch den hiesigen Beobachtern der Insel noch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekannt gewesen sein, das heißt noch vor der Periode der größten Verwüstung der Insel Lednica, die nach dem Jahre 1837 erfolgte. In diesem Jahr wurde die Insel von Karl Johannes erstanden. Lange Jahre dienten die Lednicaer Ruinen als eine Steingrube, aus der man sich das Baumaterial holte. Man kann also feststellen, daß das Motiv der Lednicaer Sage von dem Monarchenthron, der sich früher auf dieser Insel habe befinden sollen, nach dem „Befreien von dem Legendenbelags” — bestimmt auch historische Wurzel hat. Die Tatsache, daß es hier diesen Thron wirklich gegeben hat, erhöht zusätzlich die Bedeutung des Ostrów Lednicki und läßt uns die dortige Burg als ein es der wichtigsten — auch in Hinsicht auf die Verwaltungsfunktionen — Zentren in dem Staat der ersten Piasten betrachten.
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Volume
3
Pages
115-126
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Dates
published
1994
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References
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ISBN
83-903072-0-0
YADDA identifier
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